Adoption

Seriöser Tierschutz?

Nicht alle Akteure im Tierschutz arbeiten seriös – aber viele tun es!
Umso wichtiger ist es, genau diese Tierschutzarbeit zu unterstützen.

 

So erkennst du seriöse Tierschutzvereine und verantwortungsvolle Vermittlungen.

Hund sitzt vor einer Hundehütte mit einem Napf

Woran erkennt man einen seriösen Tierschutzverein?

In Deutschland gibt es eine große Tierschutzkultur und unzählige Vereine, die sich für die Vermittlung von Hunden einsetzen. Doch auch im Tierschutz gibt es "schwarze Schafe", die entweder willentlich im Sinne eines Profits agieren oder aber in der Vermittlung wenig professionell agieren. 

 

Hier findest du Kriterien, die dir bei der Auswahl eines Tierschutzvereins helfen können:

1.) Seriösität

  • Rechtsgrundlage des Vereins: Es handelt sich um einen "eingetragenen Verein" mit Sitz in Deutschland, erkennbar am "e. V." am Ende des Vereinsnamens. Die Verantwortlichen im Verein haben die Prüfung nach §11 Tierschutzgesetz abgelegt.
  • Website: Der Internetauftritt sollte unbedingt ein vollständiges Impressum (Vor- und Nachname der Verantwortlichen, deutsche Anschrift, Telefonnummer) aufweisen.
  • Schutzgebühr & -vertrag: Die meisten seriösen Tierschutzorganisationen verlangen eine Schutzgebühr in Höhe von 350 bis 650 Euro für einen Hund. Handelt es sich um einen eingetragenen Verein, kann dir dieser für die Schutzgebühr auch eine Spendenquittung erstellen. Der Schutzvertrag enthält unter anderem die Chipnummer, die EU-Passnummer und weitere Besonderheiten des Hundes.
  • Informationen zu Adoptant:innen: Dem Verein sollte es sehr wichtig sein, wohin und zu wem der Hund vermittelt wird. Deshalb sollten viele Fragen und Informationen seitens des Vereins zu deiner Person (z.B. Job, Alter, Familiensituation, Tagesablauf) und deinen Lebensumständen (z.B. Wohnsituation) gestellt werden. Zudem sollte im Rahmen einer "Vorkontrolle" jemand vom Verein euer Zuhause besuchen, um einander kennenzulernen.

2.) Hunde

  • Auswahl an Hunden: Schau dir die Auswahl der Hunde auf der Vereinsseite genau an: Findest du dort nur Welpen? Dann sollten die Alarmglocken klingeln. Tierschutz ist bunt und es sollten Hunde verschiedenster Rassen, Größen, Altersklassen und ggf. auch mit "Themen" vorgestellt werden. Klingen alle Hundebeschreibungen sehr ähnlich? Sind alle vorgestellten Hunde problemlose, liebe "Traumhunde"? Das ist doch recht unglaubwürdig ...
  • Beschreibung der Hunde: Mitleiderregende Stories, Labels wie "Seelenhund" und diverse Zuschreibungen von starken Emotionen und Werten wie "Dankbarkeit" oder "Loyalität" über die Hund sind oft eher kritisch zu bewerten. Denn die Erwartungshaltung an die Hunde ist dementsprechend hoch und wichtige Informationen gehen bei all der Emotionalität schlichtweg verloren. Besonders lohnt es sich daher, die Beschreibungen der Hunde rational nach den Infos zum Hund zu filtern: Was erfährst du über den Hund? Welche Fragen bleiben offen? Welche Beschreibungen könnten sehr subjektiv getroffen worden sein? Wo gilt es gezielt nachzufragen?
  • Einschätzung des Hundes: Die Vereine sollten bemüht sein, viele Infos über ihre Hunde zur Verfügung zu stellen und sollten dir auch passende Hunde empfehlen können. Beachte jedoch, dass die ehrenamtlichen Vermittler:innen im Verein oft keine fachkundige Hundeausbildung haben. Umso wichtiger ist deine Eigenverantwortung bei der Wahl. Frage viele Informationen an, lasse dir aktuelle Bilder und vor allem viele Videos schicken, um ein Bauchgefühl zu bekommen. Hunde auf einer deutschen Pflegestelle solltest du auch kennenlernen dürfen. Im besten Fall holst du dir bei der Einschätzung eine fachkundige Person an die Seite.
  • Impfungen, Ausweis & Chip: Hunde sollten nur geimpft, entwurmt und gegen äußerliche Parasiten behandelt, vermittelt werden. Vor der Adoption solltest du zudem über den Gesundheitszustand des Hundes – ggf. auch über Mittelmeerkrankheiten – aufgeklärt werden und die aktuellen Blutergebnisse sollten dir vorher geschickt werden

3.) Kommunikation

  • Professionelle Gespräche: Die Gespräche sollten möglichst sachlich und rational prüfend geführt werden. Emotionaler Druck und manipulative Aussagen können ein Warnzeichen für dich sein. 
  • Erreichbarkeit: Du solltest einen persönlichen Kontakt und eine feste Ansprechperson für alle deine Fragen (vor, während und nach der Adoption) im Verein haben.
  • Wissensvermittlung: Meist stellen seriöse Vereine auch eigene Informationsmaterialien zu Themen rund um die Adoption zur Verfügung (z.B. Sicherung des Hundes, Mittelmeerkrankheiten etc.).
  • Umgang mit Risiken und Rückfragen: Wird auf kritische Rückfragen professionell, ehrlich und konstruktiv reagiert? Welche Sicherheitsnetze hat der Verein (z. B. im Falle einer Rückgabe)? 

4.) Transport & Übergabe (Hunde aus dem Ausland)

  • Übergabe der Hunde: Erkundige dich unbedingt vorab, wie die Transporte organisiert sind: Wie reisen die Hunde (z.B. Transporter, Flug)? Wo können die Hunde abgeholt werden (Achtung: Bitte keine Rastplätze an der Autobahn)? Ist ein Mitglied des Vereins bei der Übergabe vor Ort und beim sicheren Umsteigen in euer Auto behilflich? Wieviel Zeit ist bei der Übergabe eingeplant? Zudem solltest du der Übergabe einen blauen EU-Heimtierausweis mit Transpondercode bekommen.
  • TRACES (Trade Control and Expert System): Dies ist ein am 1. April 2004 von der Europäischen Union (EU) eingeführtes Datenbanksystem, mit dem der gesamte Tierverkehr innerhalb der EU sowie aus der EU und in die EU erfasst wird. Seriöse Vereine melden den Transport der Hunde ordnungsgemäß beim zuständigen Veterinäramt an.
  • Sicherung des Hundes: Der Hund sollte doppelt mit Leine gesichert und mit einem Sicherheitsgeschirr reisen und dir auch so übergeben werden.
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Ein wertvoller Begleiter für alle, die sich gut vorbereiten wollen – denn:
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Ein Hund schaut neugierig auf einen orangefarbenen Briefumschlag.
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